Bioökonomierat veröffentlicht Förderkonzept zu Konsumforschung

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17.03.2014 -

Förderkonzept

Deutschland braucht mehr Konsumforschung

Berlin, 17.3.2014 - Im Spannungsfeld zwischen Lebensmitteln, Ernährung und Gesundheit spielen biobasierte Rohstoffe bereits heute eine herausragende Rolle. Doch während die positiven Effekte einer gesunden Ernährung auf den menschlichen Stoffwechsel naturwissenschaftlich immer besser verstanden werden, liegt die sozialwissenschaftliche Forschung zurück. Die Grundlagen von Konsumentenentscheidungen, die zu einer ungesunden Lebensführung und Krankheiten führen, sind bisher zu wenig verstanden. Dies ist das zentrale Ergebnis des Förderkonzeptes „Lebensmittelkonsum, Ernährung & Gesundheit“, das der Bioökonomierat am 17. März 2014 veröffentlicht hat. „Deutschland hinkt in der Konsumforschung hinterher“, kommentiert Prof. Dr. Hannelore Daniel, Sprecherin der Arbeitsgruppe des Bioökonomierates. Um ein besseres Verständnis der Gründe für Verbraucherentscheidungen zu bekommen, müssten robuste wissenschaftliche Daten erhoben werden. „Es geht nicht darum, Konsumenten auszuspähen, um sie noch besser manipulieren zu können, sondern umwelt- und gesundheitsbewussten Konsum effektiv zu fördern“, so Daniel. Dafür fehlten jedoch empirische Studien, um beispielsweise zu beurteilen, welche Möglichkeiten interaktive Apps, QR-Codes oder soziale Netzwerke für die Verbraucherinformation und -beratung spielen können. Länder wie Großbritannien oder die USA seien in der Konsumverhaltensforschung wesentlich weiter. Dabei gehe es auch um nachhaltigen Konsum. „Biologische Rohstoffe bleiben knapp. Die bedarfsgerechte Lebensmittelproduktion und das Vermeiden von Verlusten sind wichtige Meilensteine auf dem Weg in die biobasierte Wirtschaft“, so der Ratsvorsitzende Prof. Dr. Joachim von Braun. Hier gelte es Abfälle zu vermeiden beziehungsweise diese effizient zu nutzen, da biobasierte Rohstoffe auch in Zukunft Mangelware bleiben werden. Wissenschaftliche Ergebnisse könnten hier Verbrauchern Hinweise geben, wie sie sich für umweltgerechtere und nachhaltigere Produkte entscheiden können.

Folgende Mitglieder des Bioökonomierates haben am Förderkonzept mitgearbeitet, das vom Rat beschlossen wurde: Prof. Dr. Hannelore Daniel (Lehrstuhl Ernährungs- und Lebensmittelforschung an der TU München), Prof. Dr. Lucia Reisch (Fachgebiet Interkulturelle Konsumforschung und Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School) sowie Prof. Dr. Ulrich Hamm (Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität Kassel).

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