Nature-Kommentar: Bioökonomie bedeutend für SDGs

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20.07.2016 -

Die Bioökonomie ist zentral für die Umsetzung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Experten des Bioökonomierats empfehlen Eckpunkte für die internationale Politik.
 
In einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachjournals „Nature“ (2016, Bd. 535, S. 221) geben Experten des deutschen Bioökonomierates und der OECD einen Überblick über die Bedeutung der Bioökonomie für die Gesundheit und Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, deren nachhaltige Versorgung mit Energie, Wasser und Rohstoffen sowie für den Boden, Klima- und Umweltschutz. Das Papier baut auf den Ergebnisse des ersten Global Bioeconomy Summit 2015 auf, bei dem sich im vergangenen November mehr als 700 Experten aus 82 Nationen in Berlin trafen. Das Summit hat in vielen Ländern neue Politik- und Forschungs-Initiativen zur Bioökonomie ausgelöst. 
„Die Vision der Bioökonomie ist es, Mensch und Natur neu in Einklang zu bringen“, so Joachim von Braun. Die zentrale Botschaft der Autoren in Nature lautet: Biobasierte Wirtschaftszweige wie die Land- und Forstwirtschaft, die Lebensmittelindustrie, die Biotechnologie, der Bioenergie-Sektor oder die Grüne Chemie sind  für die Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele besonders wichtig. Christine Lang betont: „In Zukunft gilt es, die Bioökonomie als Ganzes, und damit viel umfassender als bisher, in die globalen politischen Prozesse zu integrieren.“
Die Strategien und Entwicklungen der Bioökonomie unterscheiden sich weltweit. Eine Anpassung an lokale Gegebenheiten sowie regionale Spezialisierung sind sinnvoll und wichtig. Jedoch: Was in einem Land funktioniert, kann andernorts Probleme verursachen. „Es braucht Dialog, global abgestimmte Prioritäten und gemeinsame Ansätze, um solche negativen Auswirkungen zu verhindern“, unterstreicht Daniel Barben.
Die Autoren definieren fünf Eckpunkte einer internationalen politischen Agenda auf dem Weg in die biobasierte Wirtschaft:

1. Internationale Zusammenarbeit zwischen Regierungen sowie öffentlicher und privater Forschung im Bereich der Bioökonomie verstärken

2. Die Beiträge der Bioökonomie zu den nachhaltigen Entwicklungszielen messbar machen

3. Die Bioökonomie in den internationalen Verhandlungen zu COP 21, den Nachhaltigen Entwicklungszielen und den Handelsabkommen berücksichtigen

4. Zusammenarbeit in der Ausbildung, gemeinsames Lernen und Dialog vorantreiben

5. Leuchtturm-Projekte der Bioökonomie, die Lösungen für globale Probleme entwickeln, gemeinsam fördern

Der Bioökonomierat der Bundesregierung bringt diese Eckpunkte auch in die deutsche Bioökonomie ein, um sie global zu vernetzen und konkurrenzstark weiter zu gestalten.