Bioökonomie & gesunde Ernährung

Prof. Dr. Hannelore Daniel und Prof. Dr. Christine Lang (Vorsitzende) zum Thema "Bioökonomie für eine gesunde und nachhaltige Ernährung" Bild: Dirk Masbaum

11.04.2014 -

Noch nie war das Angebot an gesunden Lebensmitteln größer, die Qualität noch nie besser. „Wir können auf ein gigantisches Produktangebot von sicheren Lebensmitteln zurückgreifen“, so Prof. Dr. Hannelore Daniel, von der TU München und Mitglied im Bioökonomierat. Welche Bedeutung die Bioökonomie in der Verbraucherwahrnehmung und im Konsum für eine nachhaltige und gesunde Ernährung hat, wurde vom Bioökonomierat im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage am 10. April mit rund 30 Teilnehmern diskutiert.
Bioökonomie spielt im Lebensmittelsektor schon heute eine wichtige Rolle. Neue biobasierte Verfahren und Inhaltsstoffe haben die Ernährung vielseitiger, gesünder, preiswerter und nachhaltiger gemacht. Inhaltsstoffe wie etwa Omega-3-Fettsäuren oder Vitamine, die mit Hilfe der Biotechnologie hergestellt werden, sind hier genauso zu nennen wie neue Verpackungsformen und -materialien. „Lebensmitteltechnologie hat dazu geführt, dass unser Essen immer gesünder und sicherer geworden ist“, sagte Prof. Dr. Christine Lang, Vorsitzende des Bioökonomierates und Geschäftsführerin der Berliner Organobalance GmbH. Verbrauchern wird der Einsatz moderner Technologien jedoch selten als Vorteil vermittelt. Vielmehr zeigt die Werbung für Lebensmittel häufig ein realitätsfernes, geradezu romantisches Bild der Nahrungsmittelerzeugung. „Die Entfremdung des Verbrauchers vom Ursprung der Lebensmittel und ihrer Produktionswege schreitet weiter voran“, so Daniel. Dies bereitet gleichermaßen den Boden für Fehlverhalten wie für die Skandalisierung. Konsumentenverhalten ist von vielen Einflüssen bestimmt und hat vielfältige Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit. So sind aufgrund globaler Warenströme unser Einkaufsverhalten und vor allem unser Fleischkonsum relevant für die Öko-, Wasser- und Klimabilanz; das gilt auch für das Wegwerfverhalten. Dies bedeutet aber nicht, dass regionale Produkte a priori die besseren Bilanzen aufweisen. Neben Bewegungsmangel sind die Ernährungsweise und Lebensmittelauswahl die wichtigsten Determinanten für die Gesundheit. Übergewicht und daraus resultierende Folgeerkrankungen belasten das Gesundheitssystem bereits heute stark.
Die großen Herausforderungen der Zukunft bestehen im Lebensmittelsektor vor allem in der Ernährungssicherung vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung. Hinzu kommt ein verschärfter Wettbewerb um Biomasse. Zur Lösung dieser Probleme bedarf es neuer Forschungsansätze im Kontext von Lebensmittelverzehr, Nachhaltigkeit, Gesundheit und gesellschaftlicher Werte. Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft müssen hier in neuen Partnerschaften alltagswirksame Lösungsansätze erarbeiten. Die dazu notwendige öffentlich geförderte Konsum-, Verhaltens- und Kommunikationsforschung ist aber in Deutschland nur unzureichend entwickelt. Daher hat der Bioökonomierat im März ein Förderkonzept zum Themenfeld „Lebensmittel, Konsum & Ernährung“ vorgestellt und eine Reihe prioritärer Forschungsfragen identifiziert.

Die Diskussionsveranstaltung vom 10. April 2014 reiht sich in das Dialog-Konzept des Bioökonomierates ein. In Gesprächsrunden werden gesellschaftliche, wissenschaftliche und wirtschaftliche Aspekte der Bioökonomie diskutiert.


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