Erster globaler Gipfel zu Bioökonomie und Nachhaltigkeit

850 Teilnehmer aus 82 Ländern auf dem Global Bioeconomy Summit in Berlin

25.11.2015 -

Acht Wochen nach den Verhandlungen über die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen in New York und eine Woche vor der Klimakonferenz in Paris ist heute in Berlin der Global Bioeconomy Summit eröffnet worden.

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe und ihre Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung sind die bestimmenden Themen. „Eine vermehrt biobasierte Wirtschaft unterstützt Harmonie zwischen Mensch und Natur in einer Welt, die auf über 9 Milliarden Menschen zusteuert und von Klimawandel und Hunger betroffen ist“, sagt Joachim von Braun, Co-Vorsitzender des Bioökonomierates. Mehr als 850 Vertreter aus 82 Ländern sind der Einladung des deutschen Bioökonomierates zu diesem ersten weltweiten Gipfel der Bioökonomie gefolgt, der unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin stand. Die Bundesregierung misst der Bioökonomie eine große Bedeutung zu. „Die Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 ist wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Sie fördert Innovationen in der Produktion und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Mit internationaler Perspektive trägt sie dazu bei, nachhaltige ökonomische wie ökologische Lösungen voranzutreiben, die zu mehr Einkommen und höheren sozialen Standards führen. Das hilft Gesellschaften zu stabilisieren“, betont Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Mit dem Global Bioeconomy Summit soll die Bioöokonomie weltweit die Bedeutung erfahren, die sie auf der politischen Landkarte bereits hat. „In den bisherigen Verhandlungen zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen oder dem Klimadialog wird der mögliche Beitrag der Bioökonomie weitgehend unterschätzt“, kommentiert Daniel Barben, Mitglied des Konferenzkomitees zum Start eines weltweiten Agendaprozesses. Bereits heute haben 45 Länder die Bioökonomie in ihre politischen Strategien integriert und wissenschaftliche und politische Programme aufgelegt [1]. Industrieländer in Europa und Nordamerika sehen die Bioökonomie vor allem als Chance, innovative biobasierte Produkte und Prozesse zu entwickeln und neue Märkte zu öffnen. Schwellenländer wie Brasilien investieren in den Aufbau ganzer Industriezweige. Entwicklungsländern bietet sich die Chance zur wirtschaftlichen Teilhabe im Rahmen eines fairen internationalen Handels und von Kooperationen zum Technologietransfer. „Die Bioökonomie ist ein Schlüssel für nachhaltiges, ‘grünes‘ Wachstum, das durch Innovationen getrieben wird. Dafür brauchen wir internationale Abstimmung und faire Regeln. Hier wird der Global Bioeconomy Summit wichtige Impulse geben“, so Christine Lang, Co-Vorsitzende des Bioökonomierates. Auf dem Global Bioeconomy Summit wird der Bioökonomierat erstmalig eine internationale Delphi-Studie zu Leitprojekten der Bioökonomie [2], sowie eine Analyse politischer Bioökonomiestrategien im weltweiten Vergleich veröffentlichen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Schirmherrschaft für den Global Bioeconomy Summit übernommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, die Welternährungsorganisation FAO, die Europäische Kommission sowie die Internationale Energieagentur IEA sind Partner des Gipfels.

Download von Studien und Materialien

[1] Bioökonomierat (2015) Bioeconomy Policy – Synopsis of National Strategies around the world
[2] Global Visions for the Bioeconomy – an International Delphi Study