Neue Schwerpunkte für Forschungsstrategie

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24.11.2016 -

Der Bioökonomierat hat heute seine neuen Empfehlungen für die Fortsetzung der "Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie" veröffentlicht. Bioökonomische Ansätze für Nachhaltigkeit im Konsum und Städtebau, Kreislaufwirtschaft und neue Formen der Energieerzeugung sollten im Zentrum einer Neuausrichtung der Forschungsstrategie stehen. Zudem gelte es, die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis zu begleiten und zu beschleunigen.

Zwischen 2010 und 2017 investiert die Bundesregierung rund 2,4 Mrd. Euro in die Forschung und Entwicklung der Bioökonomie. „Die Bundesregierung hat wiederholt ein klares und langfristiges Bekenntnis zur Bioökonomie abgegeben. Wir fordern deshalb eine engagierte und zielorientierte Weiterentwicklung der Forschungsstrategie in den kommenden Jahren“, unterstreicht Prof. Christine Lang, eine der beiden Vorsitzenden des Bioökonomierates. Anwender, Finanzinstitute und gesellschaftliche Gruppen sollten stärker einbezogen werden, um einen gesellschaftlichen Wandel zu unterstützen, so der Rat. Auf dem Weg vom Labor in den Markt könnten konkrete Begleitmaßnahmen, wie Mentoring-Aktivitäten oder Investorengespräche, unterstützend wirken.

Um zukunftsweisende Innovationen in Deutschland zu verankern, sollte die Bioökonomie mit Megatrends wie der Digitalisierung zusammen gedacht werden. „Die deutsche Volkswirtschaft steht vor der Erneuerung ihrer wichtigsten Wirtschaftsbereiche wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Chemie. Voraussetzung für einen Erfolg sind anhaltende Investitionen in Bildung und Forschung, vor allem in Hightech-Bereichen wie der Bioökonomie“, betont Prof. Joachim von Braun, der zusammen mit Prof. Lang den Rat leitet. Die Forschungsstrategie solle auch die chemisch-pharmazeutische Industrie einbeziehen und Gesundheit von Mensch und Umwelt zum Ziel haben. Für die entsprechende Weiterentwicklung des Forschungsprogramms empfiehlt der Rat einen Fokus auf folgende Handlungsfelder: „nachhaltige Stadt“, „nachhaltiges Ernährungssystem“, „Ressourcenschutz und biobasierte Kreislaufwirtschaft“ sowie „biobasierter Konsum“. Im Energiebereich plädiert der Rat dafür, die Forschung zur „biologischen Speicherung von Sonnenlicht“ weiterzuverfolgen, z. B. durch künstliche Fotosynthese.

Dem Rat liegt daran, Bioökonomie der breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Der Empfehlung des Rates ist deshalb ein eingängiges Narrativ vorangestellt, in dem u. a. betont wird: „Bioökonomisch zu denken heißt, die Kreisläufe der Natur zu kennen und für die Energiewirtschaft, die Nahrungsmittel-, Papier- und Textilindustrie oder auch Chemie und Pharmazie nicht nur auszunutzen, sondern im Sinne von Umwelt- und Ressourcenschutz zu erhalten. Das erfordert Bioökonomie-Forschung für Innovation.”

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