Bioökonomie - Schlüssel für Welternährung und Klimaschutz

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22.01.2017 -

Für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung und eine CO2-neutrale Wirtschaft muss der land- und forstwirtschaftliche Ertrag weltweit stark gesteigert werden. Gleichzeitig stellt der fortschreitende Klimawandel die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen.
Die Landwirtschaft ist ein Kernbereich der Bioökonomie und kann einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Welternährung, aber auch zum Klimaschutz leisten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Steigerung der Ressourceneffizienz. Die Forschungspolitik ist konsequent darauf auszurichten. Dies war das Ergebnis einer vom Bioökonomierat und Deutschen Bauernverband (DBV) durchgeführten Veranstaltung auf der Internationalen Grünen Woche.

In der Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Joachim von Braun, Vorsitzender des Bioökonomierates, und Udo Hemmerling, Stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, wurde klar, dass in der Kombination von Digitalisierung und biologischen Innovationen große Potentiale stecken, die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen von Boden und Wasser zu steigern und damit gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Prof von Braun rief zu Mut bei technologischen Innovationen in Zusammenarbeit mit der Forschung auf. „Digitalisierung und Bio-Innovationen müssen kombiniert werden. Bioökonomie erschöpft sich allerdings nicht in der Dimension der Technologie, sondern beinhaltet auch Verhaltensänderungen für nachhaltigen Konsum und verlässliche Rahmenbedingungen, einschließlich Preisanreize und Unterstützung von innovativen Unternehmen und Startups“, so von Braun. DBV-Experte Udo Hemmerling brachte es mit der Formel „aus weniger mehr machen“ auf den Punkt und forderte ebenso wie von Braun eine Intensivierung der Forschungsförderung in der Bioökonomie. Treiber für die Umsetzung von Innovationen in die Praxis sei und bleibe auch in Zukunft der Markt.

Die Basis der Bioökonomie bilden biologische Ressourcen, die von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen erzeugt werden. Gleichzeitig werden biologische Verfahren und Erkenntnisse der Lebenswissenschaften genutzt, um nachhaltiger zu wirtschaften und die Natur zu schützen. Die Bioökonomie durchdringt somit eine Vielzahl von Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und Aquakulturen, Pflanzen- und Tierzüchtung, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Holz-, Papier-, Leder-, Textil-, Chemie- und Pharmaindustrie bis hin zu Teilen der Energiewirtschaft. Der ganzheitliche Ansatz der Bioökonomie ist ein neuer Blickwinkel, der auch in der Forschungspolitik immer mehr zu einem Schwerpunkt für die Etablierung nachhaltigen Wirtschaftens werden sollte. Der Bioökonomierat ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Bundesregierung in ihrer forschungspolitischen Ausrichtung auf eine sektorübergreifende biobasierte Wirtschaft berät.

(DBV/Bioökonomierat)