Europäische Nachhaltigkeitswoche mit viel Bioökonomie

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30.05.2018 -

Bereits zum vierten Mal findet vom 30. Mai bis 5. Juni 2018 die Europäische Nachhaltigkeitswoche (ESDW) statt. In 28 Ländern schließen sich Menschen auf lokaler Ebene zusammen, um mit kreativen Projekten einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) zu leisten. Ein Blick in die Übersicht der rund 3.500 Aktionen macht es abermals deutlich: Die Bioökonomie ist ein zentraler Baustein zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.

Die Idee zur Europäischen Nachhaltigkeitswoche entstand 2014 bei einem Treffen der EU-Umweltminister. Nach der Premiere im Jahr 2015 sind es 2018 mehr als 3.600 Initiativen, mit denen die nachhaltige Entwicklung gefördert werden soll – global gedacht und vor Ort konkret umgesetzt. „Die Liste der Projekte ist beeindruckend. Nicht nur die Anzahl, bemerkenswert sind vor allem die Vielfalt der Ansätze und der angestrebten Ziele, die hinter den Aktionen stehen. Da steckt sehr viel Bioökonomie drin“, so Prof. Christine Lang, Ko-Vorsitzende des Bioökonomierates.

Eine Vielzahl der Aktionen etwa stellt das SDG Nr. 2 „Kein Hunger und bessere Ernährung“ in den Mittelpunkt. Um die wachsende Weltbevölkerung ausreichend und ausgewogen zu ernähren, bedarf es neuer Ansätze, auch beim Verbraucherverhalten. Hierauf weist der Bioökonomierat regelmäßig hin (siehe BÖRMEMO 06 und Empfehlungen zu Konsum & Ernährung). In Europa geht es z. B. um die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, um eine ausgewogene Ernährung mit weniger Fleischkonsum und um die Produktion von frischen Lebensmitteln im städtischen Raum. Hierauf zielen auch Aktionen der Nachhaltigkeitswoche ab. Ein Zusammenschluss aus Kantinen bietet z. B. im Aktionszeitraum vegane Gerichte, die pflanzliche Eiweißquellen nutzen. Andernorts werden Gemüsegärten im Stadtkern angelegt und es gibt Kochkurse, in denen Lebensmittelreste oder aussortiertes Obst schmackhaft zubereitet werden.

Viele weitere Aktionen haben das SDG Nr. 12 „Nachhaltiger Konsum & Produktion“ im Blick. Zu den Themen Kreislaufwirtschaft und Upcycling werden beispielsweise Reparaturcafés eingerichtet. In einigen Initiativen verwenden Teilnehmer Rest- und Abfallstoffe und stellen daraus neue Produkte her. Beispiele dieser Art kann man bei den Ausstellungen des Bioökonomierates (Impressionen siehe unten) bestaunen. Zu sehen sind hier Möbel, die aus Kaffeesatz hergestellt werden, essbare Strohhalme aus Fruchtresten oder auch Handtaschen aus veganem Leder gewonnen aus Ananasblättern.

Mit Blick auf die Verschmutzung der Ozeane ist die Vermeidung von Plastikabfall ein zentrales Thema der Nachhaltigkeitswoche. Mehrere Informationskampagnen zeigen dem Verbraucher Alternativen zu Plastiktüte & Co. auf. Dies sind etwa Verpackungen aus biobasierten Materialien, die vollständig recycelt werden können oder die sich rückstandsfrei abbauen, sollten sie in die Umwelt und Meere gelangen. Hier gab es in den vergangenen Jahren viele biobasierte Innovationen. Prof. Joachim von Braun, Ko-Vorsitzender des Bioökonomierates, betont: „Das Engagement der vielen Freiwilligen zeigt einmal mehr, dass der Wille zu Veränderung für Nachhaltigkeit in der Gesellschaft gegeben ist. Diesen gilt es, auch mit Blick auf die Bioökonomie, zu unterstützen und aktiv zu begleiten.“  

Die weltweite Agenda zur Nachhaltigkeit wird in Deutschland von der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen und umgesetzt.

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Download der Pressemeldung

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Impressionen Bioökonomie-Ausstellungen

Termine der Ratsmitglieder


Fachsymposium Naro.tech 2018
22. November 2018, Rudolstadt
Prof. Dr. Christine Lang wird bei dem Fachsymposium zur stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe zu den Chancen der NawaRo für die Bioökonomie sprechen.

Präsentationen vorheriger Veranstaltungen

--> Jahreskongress Biotechnologie 2020+, 4.10.2018, Präsentation Prof. Dr. Christine Lang
--> Herrenhäuser Forum
, 11.9.2018, Präsentation Prof. Dr. Christine Lang
--> Bionnale 2018
, 20.6.2018, Präsentation Prof. Dr. Christine Lang
--> Greifswald Research Award, 3.5.2018, Präsentation Prof. Dr. Christine Lang
--> Bioökonomie Statuskonferenz in Berlin
, 20.3.2018, Präsentation Prof. Dr. Joachim von Braun
--> Bioökonomie-Treffen auf Vilm
, 13.12.2017, Präsentation Dr. Holger Zinke