Tausende Besucher beim Tag der offenen Tür

© Bioökonomierat

29.08.2016 -

Für einen Blick hinter die Kulissen strömten am vergangenen Wochenende knapp 100.000 Besucher in die Ministerien der Hauptstadt zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung. In guter Nachbarschaft zu Robotern und Windrädern empfing der Bioökonomierat die Gäste im Wirtschaftsministerium mit einer spannenden Ausstellung.

42 Bioökonomie-Neuheiten präsentierten sich hier in einem Appartement. Dies bot den Besuchern die Gelegenheit, biobasierte Produkte und Anwendungen in verschiedensten Lebensbereichen kennenzulernen. Darunter zahlreiche Entwicklungen deutscher Unternehmen und Forschungsinstitutionen. In der Garage wurden etwa bakterielle Rostentferner sowie Baumaterialien und Sportgeräte aus innovativen Biomaterialen vorgestellt. Erstmals wurde zudem ein Wundverband aus Chitosan von Krabbenpanzern gezeigt, die sonst lediglich als Abfall enden. Wegen seiner antibakteriellen und blutstillenden Wirkung soll das Material bald Einzug in die medizinische Pflege halten.

Im Badezimmer zogen biotechnologisch gewonnene Naturprodukte viele Interessierte an. Eines der Highlights: eine vegane Seife mit Spinnenseidenproteinen, die von einem deutschen Biotechnologie-Unternehmen hergestellt werden. Der Faden der Spinne ist trotz hoher Flexibilität besonders reißfest und ausgesprochen sanft zur Haut. So eignet er sich als Zusatz in Kosmetik- und Medizinprodukten. Zukünftig soll er als Hightech-Faser in der Textil- und Sportindustrie zum Einsatz kommen.

Mit Nanocellulose war im Ankleidezimmer ein weiteres Material der Zukunft anzutreffen. Als Trägermaterial für Gesichtsmasken punktet dies bereits heute. Es ist sehr hautverträglich, speichert viel Feuchtigkeit und verlängert die Wirkstoffzufuhr um ein Vielfaches im Vergleich zu herkömmlichen Materialien. Im chirurgischen Bereich gilt die Nanocellulose als Hoffnungsträger für Hightech-Implantate.

Das größte Staunen bei Klein und Groß erzeugte ein 3D-Drucker, der vor Ort aus biobasierten Kunststoff-Fasern kleine Spielfiguren produzierte. Das Tischgerät verwendet stärke- oder holzbasiertes Filament, bringt dieses zum Schmelzen und formte daraus Schicht für Schicht das gewünschte Objekt. Mit 3D-Druckern werden heute bereits ganze Flugzeugteile und sogar Häuser gedruckt. In Kleinunternehmen und im Hobbybereich eröffnet die neue Technik kreativen Köpfen schier endlose Möglichkeiten.

Hier steht Ihnen der Ausstellungskatalog mit allen 42 Produkten zum Download bereit. Eine Printversion können Sie kostenlos über diesen Link bestellen.

Impressionen der Bioökonomie-Austellung im Wirtschaftsministerium